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Dachluhren

Wie bei den Laterndluhren auch, ist der Terminus „Dachluhr“ zur Zeit der Fertigung der Uhren historisch nicht nachweisbar, die Pendeluhren wurden je nach technischer Ausführung „Wanduhr“, „astronomische Uhr“ oder schlicht „Pendluhr“ genannt, Uhren mit Jahresgangdauer finden sich in den Anzeigen der Wiener Zeitung im Biedermeier als „Jahresuhr“ angepriesen und beschrieben. Dieser in der Gehäuseform vereinfachte Uhrentypus wurde erst ab 1830 gefertigt und veränderte seine schlichte ausgewogenes Aussehen zur Mitte des 19. Jahrhunderts. Die Gehäuse weisen wie für alle Einrichtungsgegenstände auch geschnitzte Aufsätze, Kapitelle, Säulen und Ornamentik verschiedener Art auf. Die verwendeten Furnierhölzer sind zumeist wie bei Laterndluhren Mahagonifurnier, Nussholz und vereinzelt Kirschholz. Josef Elsner der seine Werke immer mit 8 Tagen Gangddauer und Huygenschen Aufzug versehen hat, beauftragte seinen Uhrgehäusetischler zumeist das heimische Nussholz als Furnierholz zu verwenden. Der Meister kann als einer der ersten Fabrikanten bezeichnet werden, da er äußerst produktiv gewesen ist. Uhren anderer Art als die bekannten Dachluhren und Brettluhren, die dieselben Uhrwerke wie die Dachluhren haben, sind nicht bekannt.

Die Werkausführungen und Pendel sind wie auch bei anderen Pendeluhren unterschiedlich und können bei langen Uhrgehäusen mit bis zu 180 cm Gesamtlänge eine Gangdauer bis zu ein Jahr aufweisen. Die Präzision der Uhrwerke ist zum Teil so hoch, dass die Abweichung der Ganggenauigkeit bei feinen Werkausführungen bei entsprechender Wartung auch heute noch maximal eine Sekunde am Tag beträgt. Aufwendige Uhrwerke sind sehr selten, Ignaz Marenzeller hat aber einen Regulator in Form einer großen Dachluhr mit astronomischen Anzeigen aus der Mitte, Schlagwerk und 8 Endlosaufzügen gefertigt und mit Sekundenpendel versehen. Die Uhr befindet sich in der Uhrensammlung „Dum hodin“ in Karlštejn südlich von Prag. Aufgrund der Schlichtheit der Gehäuse und dem zeitlosen Aussehen ist dieser Uhrentypus sehr beliebt und fügt sich gut in moderne Wohnräume ein.