Kunstgewerbe

Die Stadt Wien war im 19. Jahrhundert für die Vielfalt der kunstgewerblichen Zier- und Nutzgegenstände bekannt. So wie auch in Paris und London wurden Silberbestecke sowie zahlreiche Gegenstände der Tafelkultur in großer Zahl produziert. An erster Stelle sei der k. k. Hoflieferant Carl Josef Klinkosch, der sein Geschäft am Kohlmarkt und die Fertigung in Wien Leopoldstadt betrieb, erwähnt. Außerdem wurden in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts heimische aber auch exotische Muscheln zu beliebten Perlmuttarbeiten verarbeitet. Darüberhinaus wurden Alabaster, Porzellan, verschiedene Edelhölzer, vergoldetes Messing, Granit, Stahl und Steine zu zahlreichen Zier- und Gebrauchsgegenständen verarbeitet. Wir kennen Lichtschirme mit Wienansichten, Nähkassetten, Briefbeschwerer in verschiedenen Formen und Größen, Wienansichten von Balthasar Wigand aber auch anderer Künstler, Kerzenleuchter, Tisch- und Reiseuhren, Miniaturdarstellungen bekannter Wiener Gebäude, die von den Wiener Perlmuttarbeitern gefertigt und den Nürnberger Warenhändlern vertrieben worden sind. Das Wien Museum listet einige Exemplare dieser für die damalige Zeit luxuriösen Ziergegenstände in den Inventaren auf. Darüber hinaus führt der Kunsthandel Stephan Andréewitch Kunstgegenstände aus feuervergoldeter Bronze des Klassizismus und der Empirezeit.